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Das metabolische Syndrom ist keine spezifische Krankheit, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Stoffwechselstörungen: Fünf Einzelursachen wirken zusammen und verstärken sich gegenseitig.

Ärztlich geprüft vonDr. med. Roland MörmelFacharzt für Innere MedizinStand:
Das metabolische Syndrom wird durch unterschiedliche Stoffwechselstörungen bestimmt. Sowohl genetische Veranlagung als auch Übergewicht spielen bei der Entstehung eine große Rolle. Ursächlich ist immer eine starke Fettablagerung in der Bauchhöhle, begleitet von mindestens zwei von vier Risikofaktoren: vermindertes HDL-Cholesterin, arterieller Bluthochdruck sowie erhöhte Blutfett- oder Blutzuckerwerte. Wie diese fünf Einzelursachen den Organismus belasten und sich im Wechselspiel immer weiter verstärken, erklären die folgenden Abschnitte.
Übergewicht ist allgemein ein Risikofaktor für die Gesundheit, doch abdominelle Fettleibigkeit, also bauchbetontes Übergewicht, birgt ein besonderes Risiko. Sie ist durch vermehrte Fettablagerungen in der Bauchhöhle gekennzeichnet. Denn die Fettzellen in der Bauchhöhle reagieren anders als die Zellen des Unterhautfettes an Oberschenkeln, Armen oder Po: Sie setzen wesentlich mehr Triglyceride frei, sind insulinresistenter und produzieren mehr Entzündungsstoffe.
Im Anfangsstadium ist das Bauchfett noch nicht erkennbar. Wird es sichtbar, kann es ein ernst zu nehmendes Warnzeichen des metabolischen Syndroms sein: Durch die gesteigerte Abgabe von Triglyceriden ins Blut haben Menschen mit bauchbetontem Übergewicht häufig einen erhöhten Blutfettspiegel und weitere Stoffwechselstörungen des metabolischen Syndroms.
Ein Missverhältnis von Energiezufuhr und Energieverbrauch steigert die Konzentration an Fettsäuren im Blut. Ab 150 Milligramm Triglyceriden pro Deziliter sprechen Mediziner von einer Hypertriglyzeridämie, einem erhöhten Blutfettspiegel. Die Triglyceride verdicken das Blut und setzen sich nach und nach an den Wänden der Blutgefäße ab. Bleibt die Hypertriglyzeridämie unbehandelt, verkalken die Gefäßwände allmählich, was zu arteriellem Bluthochdruck führt.
Zudem stört ein erhöhter Blutfettspiegel die Glukoseverwertung im Muskel- und Fettgewebe und verschlechtert so die Blutzuckerwerte. Besonders ungünstig: Vermehrte Triglyceride im Blut blockieren den Fettabbau in den Zellen und erschweren damit eine Gewichtsabnahme.
Cholesterin gilt oft als Feind der Gesundheit. Auf LDL-Cholesterin trifft das durchaus zu, doch es gibt auch „gutes Cholesterin“: HDL-Cholesterin transportiert fettähnliche Substanzen wie Cholesterinester und Triglyceride und ist ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Körpers. Seine Hauptaufgabe ist es, überschüssige Fettsäuren aus den peripheren Geweben, etwa den Wänden der Blutgefäße, zurück zur Leber zu transportieren.
Ist der HDL-Cholesterin-Spiegel zu niedrig, kann der Organismus diese Aufgabe nicht mehr erfüllen. Die Blutfettwerte steigen, was die Konzentration des HDL-Cholesterins zusätzlich senkt – der Kreislauf des metabolischen Syndroms setzt sich fort. Zu viel Fett kann sich zudem negativ auf den Zuckerstoffwechsel auswirken und Bluthochdruck verursachen.
Wer zu viel isst, riskiert, an Diabetes zu erkranken, denn das Überangebot an Zucker kann der Körper mit der Zeit nicht mehr bewältigen. Zunächst versucht er, den Zucker mit einer gesteigerten Insulinproduktion aus dem Blut in die Zellen zu befördern. Durch die ständige Beanspruchung stumpfen die Insulinrezeptoren allmählich ab. Diese Insulinresistenz ist ein Grund, warum viele Menschen mit Übergewicht an Diabetes leiden.
Die Insulinresistenz wirkt sich nicht nur auf den Blutzuckerspiegel aus, sondern bringt auch den Fettstoffwechsel durcheinander. Deshalb geht ein krankhaft erhöhter Blutzuckerspiegel häufig mit erhöhten Blutfettwerten einher; beide verstärken sich gegenseitig. Und so wie zu viel Fett im Blut das Risiko für Bluthochdruck steigert, erhöhen auch ungesunde Blutzuckerwerte das Arteriosklerose-Risiko.
Arterieller Bluthochdruck ist ein wesentlicher Mitverursacher des metabolischen Syndroms. Er kann erblich bedingt sein und somit auch schlanke Menschen betreffen. Besonders häufig liegt die Ursache aber in einem ungesunden Lebensstil: Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel und insbesondere eine überreichliche Ernährung können die arterielle Hypertonie hervorrufen. Zu viel Zucker, Fett und Nikotin im Blut setzen sich an den Wänden der Blutgefäße ab; die Gefäße verengen sich immer mehr und der Blutdruck steigt.
Alle Komponenten des metabolischen Syndroms beeinflussen den Stoffwechsel auf unterschiedliche Weise. Ihnen liegt aber in der Regel dieselbe Hauptursache zugrunde: eine zu kalorienreiche Ernährung.
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