Warum wir am Hunger ansetzen
Dass der Hunger beim Abnehmen so oft gewinnt, ist keine Frage der Willenskraft, sondern eine normale Schutzreaktion des Körpers: Für ihn bedeutet Gewichtsverlust, dass Energiereserven schwinden, und er antwortet mit Signalen, die den Appetit steigern. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Hormon Ghrelin. Den Großteil davon bilden Zellen in der Schleimhaut des oberen Magens, der Magenblase (Fundus). Steigt sein Spiegel, bekommt das Gehirn das Signal, dass es Zeit zum Essen ist. Während einer Diät kann Ghrelin ansteigen – genau dann, wenn Durchhalten besonders wichtig wäre.
Weight Doctors® hydroGMA ist eine gastrale Mukosa-Ablation, also eine gezielte Verödung der Magenschleimhaut in diesem Bereich. Sie erfolgt im Rahmen einer Magenspiegelung, ohne äußere Schnitte und meist in Sedierung oder Kurznarkose. Zum Einsatz kommt die Hybrid-APC-Technik mit dem MOVIVA®-System von Erbe Elektromedizin: Ein Wasserstrahl hebt die oberste Schleimhautschicht auf einem Kochsalz-Polster an, Argon-Plasma verödet sie kontrolliert. Das Wasserkissen schützt die tieferen Schichten der Magenwand.
Es wird kein Magengewebe entfernt, die Magenstruktur wird nicht operativ verändert, und die Form des Magens bleibt gleich. Der behandelte Bereich heilt ab, die Ghrelin-Bildung kann sinken und das Hungergefühl nachlassen; die Wirkung kann sich über einige Wochen aufbauen. Ziel ist, dass Heißhunger und ständiger Appetit nachlassen und Sie schneller satt werden. hydroGMA setzt damit, ähnlich wie eine GLP-1-Therapie, am Hungergefühl an.
Ghrelin ist aber kein einfacher Schalter: Schlaf, Mahlzeiten, weitere Hormone, Gefühle und Gewohnheiten wirken mit – mehr dazu im Beitrag Hungerhormon Ghrelin senken. Der Eingriff ist deshalb unterstützend: Ein langfristiger Erfolg setzt Ernährungsumstellung, Bewegung und ggf. ein begleitendes Programm voraus.
Wie das Verfahren funktioniert und was die ersten Erfahrungen zeigen, erklären Priv.-Doz. Dr. med. Dörte Wichmann und Dr. med. Oliver Scheffel in der Gesprächsreihe auf dieser Seite.