3.087 Bewertungender Weight Doctors® Gruppe · 97 % WeiterempfehlungsrateWenn mehrere Faktoren zusammenkommen

Metabolisches Syndrom

Kommen zu bauchbetontem Übergewicht mindestens zwei weitere Stoffwechselstörungen hinzu, sprechen Mediziner von einem metabolischen Syndrom. Dann wird es oft schwer, allein nachhaltig abzunehmen.

DeutschlandNiederlandeÄrztlich geprüft vonDr. med. Roland MörmelFacharzt für Innere MedizinStand:

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Mehr als eine Frage der Ästhetik

Ein großer Bauchumfang stört viele Menschen, andere stehen selbstbewusst zu ihren Pfunden. Kommen jedoch erhöhte Blutfett- und Blutzuckerwerte, ein vermindertes HDL-Cholesterin und arterieller Bluthochdruck hinzu, geht es um weit mehr als Ästhetik: Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes steigt.

Wird ein adipöser Bauchumfang von mindestens zwei dieser Krankheitsbilder begleitet, sprechen Mediziner von einem metabolischen Syndrom. „Metabolisch“ kommt aus dem Griechischen und verweist auf die gestörten Stoffwechselvorgänge. Da die Erkrankung vor allem in den Industriestaaten auftritt, wird sie auch Wohlstandssyndrom genannt.

Symptome

Bauchbetontes Übergewicht als Warnzeichen

Warum sind gerade Menschen mit bauchbetontem Übergewicht, der sogenannten Apfelfigur, vom metabolischen Syndrom betroffen? Fachleute sprechen hier von abdomineller Fettleibigkeit: Fett sammelt sich in der freien Bauchhöhle und umhüllt die inneren Organe. Diese Fettzellen setzen mehr Triglyceride frei als das Unterhautfett an Oberschenkeln, Armen oder Po. Zudem sind sie insulinresistenter und produzieren mehr Entzündungsstoffe.

Das Bauchfett ist das einzige sichtbare Anzeichen des metabolischen Syndroms. Die vier Stoffwechselstörungen, die meist damit einhergehen, bleiben dagegen lange unbemerkt. Ob auch Sie zur Risikogruppe gehören, erfahren Sie unter Sind Sie betroffen?

Frau in Sportkleidung misst mit einem Maßband ihren Taillenumfang

Ein Zusammenspiel gesundheitlicher Risikofaktoren

Das metabolische Syndrom ist keine spezifische Krankheit, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Risikofaktoren, die sich gegenseitig verstärken. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel kann zu Insulinresistenz und damit zu Diabetes führen. Zudem bringt er den Fettstoffwechsel durcheinander, sodass die Triglyceride im Blut ansteigen. Das wirkt sich auf die Cholesterinwerte aus: Das HDL-Cholesterin, wegen seiner günstigen Wirkung auf den Fettabbau „gutes Cholesterin“ genannt, sinkt – und der Blutfettspiegel steigt weiter.

Zu viel Zucker und Fett im Blut führen zur Verkalkung der Adern, arterieller Bluthochdruck entsteht. Durch die Arteriosklerose verengen sich die Blutgefäße; schreitet der Bluthochdruck voran, werden Gewebe und Organe nicht mehr richtig durchblutet. Das kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Organschäden führen. Wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, kann ein Herzinfarkt die Folge sein, im Gehirn ein Schlaganfall.

Eine ernährungsbedingte Erkrankung

Das metabolische Syndrom ist ein ernst zu nehmender Risikofaktor für die Gesundheit. Die enge Verflechtung der einzelnen Stoffwechselstörungen erschwert zudem eine Behandlung mit Medikamenten: Ein Antidiabetikum kann zwar die Blutzuckerwerte verbessern, unter Umständen aber die Blutfettwerte erhöhen und so das metabolische Syndrom verstärken. Ein Medikament, das alle Komponenten des metabolischen Syndroms behandelt, gibt es bislang nicht.

Bewegung und gesunde Ernährung

Auch ohne Medikamente kann das metabolische Syndrom wirksam behandelt werden – mit Bewegung und gesunder Ernährung. Was einfach klingt, ist für Betroffene jedoch schwer umzusetzen: Gerade Menschen mit metabolischem Syndrom fällt es besonders schwer, ihre Nahrungsaufnahme zu reduzieren.

Durch die Insulinresistenz nehmen die Zellen weniger Glucose auf und senden ständig Hungersignale an das Gehirn. Über Jahre steigern Betroffene so unbewusst ihre Portionen, und der Magen gewöhnt sich an die reichliche Nahrungszufuhr: Für ein Sättigungsgefühl ist immer mehr Essen nötig. Das Übergewicht nimmt zu, mit ihm die Blutfett- und Blutzuckerwerte; das metabolische Syndrom verstärkt sich und das Hungergefühl wächst weiter – ein Kreislauf der Gewichtszunahme entsteht.

Drei Frauen in schwarzer Sportkleidung lachen gemeinsam; eine trägt Kopfhörer und das Smartphone am Oberarm, eine hält ein Springseil

Ein möglicher Weg: Abnehmen mit dem Magenballon

Ein Weg aus diesem Kreislauf kann das Abnehmen mit dem Magenballon sein – ohne Medikamente und ohne Operation. Der Ballon ist ein Begleiter auf Zeit, für 6 oder 12 Monate: Er wird endoskopisch über die Speiseröhre eingesetzt oder als Kapsel geschluckt und verringert das Fassungsvermögen des Magens. Dadurch kann bei jeder Mahlzeit früher ein Sättigungsgefühl eintreten, sodass die Portionen kleiner werden.

Im Durchschnitt verlieren Patientinnen und Patienten mit dem Magenballon rund 15 Kilogramm. Mit einer Anschlusstherapie kann das Gewicht weiter sinken.

Magenballon aus weichem Silikon mit Füllschlauch vor weißem Hintergrund

Die Ergebnisse mit dem Magenballon sind individuell verschieden.

Gewichtsabnahme und Blutwerte

Eine Gewichtsabnahme kann ein Gewinn für die Gesundheit sein. Wird weniger Zucker und Fett aufgenommen, können sich Blutzucker- und Blutfettspiegel verbessern – und parallel dazu auch die Cholesterinwerte, die Insulinresistenz und insbesondere der Bluthochdruck.

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